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Politik und Gesellschaft in der philippinischen Pfingstbewegung am Beispiel der Insel Negros (Oriental)

Drittmittelprojekt (DFG), Laufzeit 01.05.2012-30.04.2015

 

Das rapide Wachstum der pfingstlichen und charismatischen Bewegungen hat einen nachhaltigen Wandel des weltweiten Christentums bewirkt, der einigen Statistiken zufolge mittlerweile mehr als eine halbe Milliarde Christen erfasst hat (World Christian Encyclopedia). In jüngster Zeit hat die Frage nach dem politischen Einfluss der pfingstlichen und charismatischen Bewegungen ein besonderes Interesse in der Öffentlichkeit gefunden, nicht zuletzt durch die Vizepräsidentschaftskandidatur von Sarah Palin. Seit 2010 liegt auch der erste dezidiert pfingstliche Entwurf einer politischen Theologie vor (Yong 2010). Die interdisziplinäre Forschung zur weltweiten Pfingstbewegung nimmt sich dieses Themas inzwischen verstärkt an. Dabei fokussiert die Diskussion bisher vor allem die beiden amerikanischen Kontinente, während andere Regionen noch weitgehend unerforscht sind. 

Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist des­halb eine Untersuchung des Verhältnisses der Pfingstbewegung zu Politik und Gesellschaft anhand einer Regionalstudie auf der philippinischen Insel Negros (Oriental). Das Projekt nimmt damit einen histo­risch, kulturell und religiös hochgradig differenzierten Kontext in den Blick und fragt nach den Artikula­tionen, mit denen das Verständnis von und die Partizipation an Politik und Gesellschaft innerhalb der Pfingstbewegung zum Ausdruck gebracht werden. Hauptziele sind dabei (1) eine diskursanalytisch begründete Rekonstruktion der tragenden Begriffe bei der Konzeptualisierung von Politik und Gesellschaft, samt der transnationalen und transkulturellen Prozesse, die diese bestimmen, sowie (2) eine Untersuchung der jeweiligen Verwendungen dieser Begriffe durch die Akteure und ihre Bedeutung für die konkrete Alltagspraxis. Besondere Themenschwerpunkte werden dabei (1) die konkrete politische und gesellschaftliche Partizipation, (2) die spezifisch theologische Artikulation von Politik und Gesellschaft („politische Theologie“) sowie (3) das Verhältnis der Pfingstbewegung zum Islam sein.

Bearbeiter: Giovanni Maltese.

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Neues Forschungsprojekt: Pfingstbewegung und Politik auf den Philippinen
Die Abteilung Religionswissenschaft und Missionswissenschaft an der Universität Heidelberg hat ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziertes Drittmittelprojekt zur Erforschung von Politik und Pfingstbewegung auf den Philippinen eingeworben.