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Theologische Fakultät Wissenschaftlich - Theologisches Seminar Alttestamentliche Theologie |
Grundwissen Altes Testament
AT-Ü SoSe 01 / WiSe 01/02
Di 20-22
K. Schmid
Die Übung »Grundwissen Altes Testament« ist eine Begleitveranstaltung
zum Selbststudium, die sich ausschließlich an studentische Arbeitsgruppen
richtet, die entweder bereits bestehen oder aber sich in der ersten Sitzung
der Übung noch konstituieren können. Die Veranstaltung findet
im 4-Wochen-Rhythmus statt und wird sich über die Dauer von zwei Semestern
erstrecken.
Ihr Ziel ist es, Gruppen anzuleiten und zu begleiten in deren Erarbeitung
von Grundkenntnissen im Fach Altes Testament, wie sie für die Zwischenprüfung
gefordert werden. In der ersten konstituierenden Sitzung wird ein Arbeitsplan
ausgeteilt (zugänglich auch unter http://theologie.uni-hd.de/at/grundwissen.html),
der den Stoff gliedert sowie die geforderten Lektüre- (entsprechend
der Lektüreliste für die Zwischenprüfung) und Diskussionsaufgaben
enthält. Die nachfolgenden Sitzungen dienen der Diskussion und Evaluation
des jeweils in den dazwischenliegenden Wochen durch die Gruppen Erarbeiteten.
Die Teilnahme an dieser Übung ist nur sinnvoll beim Besuch der
zweisemestrigen Gesamtveranstaltung, unabdingbare Voraussetzung ist die
Bereitschaft zu intensiver Gruppenarbeit außerhalb der monatlichen
Evaluationssitzungen.
Arbeitsplan
1
8.5.01
Konstituierende Sitzung
2
5.6.01
Geschichte Israels und Archäologie Palästinas
W. Thiel, Geschichte Israels, in: W.H. Schmidt, W. Thiel, R. Hanhart,
Altes Testament, UB 421, Stuttgart u.a. 1989, 89-140
W. Thiel, Archäologie Palästinas in alttestamentlicher Zeit,
in: W.H. Schmidt, W. Thiel, R. Hanhart, Altes Testament, UB 421, Stuttgart
u.a. 1989, 141-175
M. Weippert, Art. Israel und Juda, RLA V, 200–208
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
534-538.
Diskussionsaufgaben:·
Worin bestehen die Hauptunterschiede zwischen den Darstellungen von
Thiel und Weippert?·
Diskutieren Sie die Problematik der Landnahme.·
Wie beurteilen Sie die Historizität von Erzvätern und Exodus
(vgl. Art. Erzväter in RGG4, Bd. 2, 1999, 1540f und Art. Mose in TRE
23, 1994, 330–341)?·
Das davidisch-salomische Großreich - biblisches Bild und Historie.·
Erarbeiten Sie sich einen detaillierten Überblick über die
Geschichte Israels von Josia bis zum Untergang Jerusalems 587 v.Chr. (anhand
von Donner, Geschichte Israels).·
Wie hat man sich die Epoche des Exils im Land historisch vorzustellen
(dazu Knauf, BiKi 2000)?·
Charaktersieren Sie die Grundzüge der persischen Religionspolitik.
3
3.7.01
Text und Kanon des Alten Testaments
O. Kaiser, Grundriß der Einleitung in die kanonischen und deuterokanonischen
Schriften des Alten Testaments. Band 1: Die erzählenden Werke, Gütersloh
1992, § 6, 36-43
O.H. Steck, Der Kanon des hebräischen Alten Testaments, in: W.
Pannenberg/Th. Schneider (Hgg.), Verbindliches Zeugnis I. Kanon – Schrift
– Tradition, Freiburg i.Br. u.a./Göttingen 1992, 11-33
Diskussionaufgaben:·
Textkritik des Alten Testaments vor und nach der Entdeckung der Schriftfunde
von Qumran (vgl. dazu die Darstellung von H.-J. Fabry in: E. Zenger u.a.,
Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998, 37-65).·
Was ist unter der »Endgestalt« der biblischen Bücher
zu verstehen?·
Umreißen Sie die These der persischen Reichsautorisation des
Pentateuch (vgl. E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart
u.a. 31998, 81f).·
Zeichnen Sie die elementaren Etappen der Kanonbildung des Alten Testaments
nach.
Pentateuch/Geschichtsbücher
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
66-223.266-275
N. Lohfink, Die Priesterschrift und die Geschichte, in: J.A. Emerton
(Hg.), Congress Volume Göttingen 1977, VT.S 29, Leiden 1978, 183–225
= ders., Studien zum Pentateuch, SBAB 4, Stuttgart 1988, 213–253
E.A. Knauf, Audiatur et altera pars. Zur Logik der Pentateuch-Redaktion,
BiKi 53 (1998), 118–126
L. Schmidt, Deuteronomistisches Geschichtswerk, in: in: H.J. Boecker
u.a., Altes Testament, Neukirchen-Vluyn 51996, 127-141
R.G. Kratz, Die Komposition der erzählenden Bücher des AT,
UTB 2157, Göttingen 2000, 314-331.
Lesen: Gen 1-12.15.17.25-28.37; Ex 1-24; 32; Dtn 1-34; Jos 23f; Ri 2,6-3,6; 1Sam 8.12; 1Kön 8.11-14; 2Kön17.22-25
Diskussionsaufgaben:·
Vergegenwärtigen Sie sich die Position der Neueren Urkundenhypothese
zur Entstehung des Pentateuch.·
Worin bestehen ihre Leistungen, wo liegen ihre Grenzen?·
Welche Alternativen werden gegenwärtig diskutiert?·
Was ist die sogenannte »Priesterschrift«?
Wie ist ihr theologisches Konzept zu bestimmen?·
Was bedeutet »deuteronomistisch«?·
Diskutieren Sie die unterschiedlichen Theorien zur Entstehung des »deuteronomistischen
Geschichtswerks«.·
Vergleichen Sie »Priesterschrift« und »deuteronomistisches
Geschichtswerk«.
4
30.10.01
Prophetie
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
371-457.467-533
J. Jeremias, Das Proprium der alttestamentlichen Prophetie, ThLZ 119
(1994), 485–494
K. Schmid, Klassische und nachklassische Deutungen der alttestamentlichen
Prophetie, Zeitschrift für neuere Theologiegeschichte 3 (1996), 225–250
Lesen: Jes 1-12.40-42.60-62.66; Jer 1f.7.20.36; Ez 1-3.37-39; Am 1-3.7-9
Diskussionsaufgaben:·
Welche Arten von Prophetie kennt das Alte Testament?·
Wo im religionsgeschichtlichen Umfeld des Alten Testaments ist außerdem
Prophetie belegt?·
Charakterisieren Sie die Eigenart altisraeltischer Schriftprophetie.·
Zeichnen Sie die wichtigsten Stationen der Forschungsgeschichte zur
Prophetie im 19. und 20. Jahrhundert nach.·
Aufbau und Entstehung des Jesajabuchs.·
Diskutieren Sie das Problem einer »deuteronomistischen Redaktion«
des Jeremiabuchs.·
Inwiefern vertritt das Ezechielbuch eine »golaorientierte«
Theologie? (vgl. dazu K.-F. Pohlmann, in: O. Kaiser, Grundriß der
Einleitung 2, 1994, 82-102)·
Wie ist das Verhältnis von Völkersprüchen und Visionen
in Amos zu bestimmen? (vgl. J. Jeremias, Hosea und Amos, 1996, 157-171)
5
27.11.01
Psalmen
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
309-326
R. Rendtorff, Das Buch der Psalmen, in: ders., Theologie des Alten
Testaments. Ein kanonischer Entwurf. Band 1: kanonische Grundlegung, Neukirchen-Vluyn
1999, 293-311
E. Zenger, Der Psalter als Buch, in: ders. (Hg.), Der Psalter in Judentum
und Christentum, HBS 18, Freiburg i.Br. u.a. 1998, 1-57
Lesen: Ps 1.2.22-24.45-48.103-106.145
Diskussionsaufgaben:·
Vergegenwärtigen Sie sich die Entwicklung der neuesten Psalmenforschung.·
Wie ist die Beziehung der Psalmen zum Kult zu bestimmen?·
Charakterisieren Sie die Hauptgattungen des Psalters.·
Wie lassen sich Psalmen datieren?·
Erarbeiten Sie exemplarisch Ps 104 (vgl. H. Spieckermann, Heilsgegenwart,
1989, 21-49).
6
18.12.01
Weisheit
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
291-308.326-351
H.-J. Hermisson, Weisheit, in: H.J. Boecker u.a., Altes Testament,
Neukirchen-Vluyn 51996, 200-226
N. Lohfink, Kohelet, NEB, Würzburg 1986, 5-17
Lesen: Prov 1.8.10; Hi 1-4.38-42; Qoh 3
Diskussionsaufgaben:·
Versuchen Sie, »Weisheit« zu definieren.·
Zeichnen Sie die theologiegeschichtliche Entwicklung der »Weisheit«
nach und illustrieren sie diese am literarischen Wachstum des Proverbienbuchs.·
Diskutieren Sie Aufbau, Entstehung und Theologie des Hiobbuchs.·
Umreißen Sie die theologische Position von Qohelet und vergleichen
Sie sie mit Hiob.
7
22.01.02
Daniel und die Apokalyptik
Chronik, Esra-Nehemia
E. Zenger u.a., Einleitung in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998,
223-245.458-465
K. Koch, Einleitung, in: ders./J.M. Schmidt (Hgg.), Apokalyptik, WdF
365, Darmstadt 1982, 1–29 = ders., Vor der Wende der Zeiten. Beiträge
zur apokalyptischen Literatur. Gesammelte Aufsätze Band 3, Neukirchen-Vluyn
1996, 109–133
Lesen: Dan 2.7.9; 2Chr 29-36
Diskussionsaufgaben:·
Erörtern Sie die Argumente für und gegen die Annahme eines
»chronistischen Geschichtswerks« Chr-Esr-Neh.·
Beschreiben Sie das theologische Profil von Chronik/Esra-Nehemia.·
Vergegenwärtigen Sie sich Aufbau und Entstehung von Dan in Relation
zu den entsprechenden zeitgeschichtlichen Entwicklungen.·
Wie ist die sogenannte »Apokalyptik« zu charakterisieren?
(vgl. K. Müller, Studien zur frühjüdischen Apokalyptik,
1991, 35-173)
8
12.02.02
Hermeneutik, Ethik und BiblischeTheologie
M. Oeming, Biblische Hermeneutik. Eine Einführung, Darmstadt 1998,
1-30.89-102.173-184
E. Otto, Art. Ethik III. Biblisch 1. Altes Testament, in: RGG4, Bd.
2, 1999, 1603-1606
H.H. Schmid, Alttestamentliche Voraussetzungen neutestamentlicher Christologie,
in: I. Baldermann u.a. (Hg.), Altes Testament und christlicher Glaube,
JBTh 6, Neukirchen-Vluyn 1991, 33-45.
M. Oeming, Biblische Theologie als Dauerreflexion im Raum des Kanons,
in: Chr. Dohmen/Th. Söding (Hg.), Eine Bibel - zwei Testamente. Positionen
biblischer Theologie, Paderborn 1995, 83-95
Diskussionsaufgaben:·
Weshalb hat sich in den Geisteswissenschaften die Hermeneutik als eine
Art Leitwissenschaft etablieren können?·
Was versteht man unter »existentialer Interpretation« (vgl.
M. Oeming, Biblische Hermeneutik, 1998, 163-174)?·
Welche Grundmodelle der Verhältnisbestimmung von Altem und Neuem
Testament lassen sich voneinander unterscheiden (vgl. E. Zenger u.a., Einleitung
in das Alte Testament, Stuttgart u.a. 31998, 17f)?·
Erörtern Sie die theologische Bedeutung des historisch-kritischen
Zugangs zur Bibel.
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